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Mi 15:30-18:00 Uhr
Fr 15:30-18:00 Uhr

Herzlich Willkommen im Isy7

Respekt leben – soziokulturelles Zentrum ISY 7 und Real Life lernen gemeinsam

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen sensibilisieren sich für Rassismus und kulturelle Vielfalt mit x-culture espelkamp/ESTA-Bildungswerk in einem Wochenendworkshop am 14. und 15. Februar

Espelkamp.

„Alle anders – alle gleich.“ – unter diesem Motto haben sich 12 ehren- und hauptamtliche MitarbeiterInnen des christlich sozialen Jugendcafés Real Life und des soziokulturellen Zentrums  Isy7 zu einer gemeinsamen Fortbildung entschlossen, auch motiviert durch das kreisweite Jahr des Ehrenamts in der Kinder- und Jugendarbeit in Minden-Lübbecke, dem „goldenen e“, dem jungen Ehrenamt.

Über die praktische Jugendarbeit in Espelkamp sich näher zu verständigen, interkulturelle und Rassismus-Erfahrungen aus der eigenen Praxis zu reflektieren, damit die heranwachsenden Mädchen und Jungen weiterhin kompetent begleitet werden – das war das Ziel.

„Araber“ – „Türkin“ – „Tausend-und-eine-Nacht“ – in konzentrierter Atmosphäre sind alle eingeladen, ihre spontanen Bilder und Assoziationen zu notieren. Mit dieser Übung wird vielen TeilnehmerInnen  deutlich, wie ähnlich und verfestigt überlieferte Gesellschaftsmuster und Stereotypen sind und persönliche Begegnungen beeinflussen können. Mit der Einladung gemeinsam zu überlegen, wem solche Klischees und solche „Bilder in den Köpfen“ nutzen könnten, ist die Diskussion eröffnet. Manche erfahren, dass die eigene erfolgreiche Bearbeitung von Vorurteilen oder Diskriminierung auch mit gesellschaftlichen Strukturen zusammenhängt.

Durch ein trennendes Seil allein einer Gruppe gegenüberzustehen ist eine weitere Aktionsübung zum einfühlen in eine Minderheitenposition: „Dass ich manchmal schon so abgestumpft bin, das hätte ich nicht von mir gedacht!“, so ähnlich lautet ein Kommentar einer engagierten Mittzwanzigerin, als sie sich später in einer gespielten Diskriminierungssituation erlebt. Mit einer bunten Mischung aus methodischen, praktischen und theoretischen Methoden nähern sich alle dem Thema Rassismus und manche erfahren, dass Rassismus nicht nur eine extreme Randerscheinung unserer Gesellschaft, sondern auch in vielen von uns allen, in der Mitte der Gesellschaft, strukturell verankert ist.

Bild Artikel Respekt leben

„Rassismus und Diskriminierung sind niemals nur eine individuelle Sache“, so Dani Fries, interkulturelle Trainerin des ESTA-Bildungswerks. „Rassismus und seine demokratiebewusste Bearbeitung sind genauso wesentliche Aufgaben der Gesellschaft, in der wir leben.“ In „theaterreifen“ Rollenspielen zeigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern allen, wie rassismus- sensible Arbeit funktionieren könnte und nehmen Anregungen für die eigene Praxis aus der ganzen Gruppe mit. „Zu wenig“, so meinten einige, „mehr davon“, andere. Daran wird die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Gruppe deutlich, die sich auch in der kontroversen Wahrnehmung des „interkulturellen Moderatoren-Teams“ mit Dani Fries und Mohamed Saber zeigt. Für die einen schwierig – für die anderen bereichernd.

Bereichert von bunten Erfahrungen zu Konflikt, Vielfalt und Respekt, von Praxismethoden und Nachdenkräumen verabschiedet sich die Gruppe mit einem gemeinsamen Essen und dem Entschluss, die Stadt Espelkamp zu bewegen: Gemeinsam laden das Isy 7, das Jugendcafé Real Life und x-culture espelkamp/ ESTA-Bildungswerk zu einer bunten Aktionswoche unter dem Motto „alle anders – alle gleich“ im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus ein: Im Monat März 2014 wird die Stadtgemeinschaft Espelkamp eingeladen Gesicht zu zeigen für Weltoffenheit und Toleranz, für Anerkennung statt Ausgrenzung – frei nach dem städtischen Motto „Hier geht was“!